Bernhard Schnur - Gesang, Gitarre Oliver Stotz - Gitarre, Keyboard Romeo Bissuti - Bass Martin Pfeiffer - Schlagzeug Il Classico Vieles spricht dafür, dass „Leeds“, die fünfte vollamtliche Soloplatte von Bernhard Schnur, eine Bekenntnis-Platte ist. Ein Bekenntnis zur britischen Pop-Tradition (der Name), ein Bekenntnis zur Glückssuche an Orten, die keine Grandezza versprühen, dafür aber die Fantasie anregen (der Name), ein Bekenntnis zur Unschuld und zur Wirkungsmacht grosser Melodien (die Musik). Und dann auch ein Bekenntnis zur rettenden Kraft der Melancholie (alles zusammen). Fangen wir vorne an: „Visit Leeds“, das Quasi-Titelstück, macht schnell klar, worum es geht. Die Gesangsmelodie wird mit einer Selbstverständlichkeit in die Akkorde gestellt, die der Schnur-Musik neue Dimensionen eröffnet. Sie lässt Platz für die Sounds, für die Verzierungen und thront zugleich felsenfest da. Das alles wirkt ähnlich unaufgeregt wie Tom Petty in seinen besten Momenten. Im Refrain und in der Coda freilich explodiert alles, Schicht um Schicht stapeln sich die Harmoniegesänge, und man zweifelt keine Sekunde daran, sofort, bevor das grosse Schiff anlegt und alles den Bach runtergeht, nach Leeds zu müssen. Die neu gewonnene Selbstsicherheit im Gesang und in der Setzung des Gesangs ist das herausragende Merkmal von „Leeds“. Sie kommt immer und immer wieder, im beatlesk-balladesken „Sleeping Woman“, im fast schon abgründigen Blues von „Blue Sun“, in der ins Endlose strebenden Schlussnummer „Il mondo è un disco“. Man könnte sagen: Schnur hat die Waage zwei Stufen weg vom Aus-der-Reihe-Tanzen, zwei Stufen hin zur Zeitlosigkeit gestellt. Das funktioniert vorzüglich. Weil die Melodien das ganz locker tragen und die Instrumentierung, vor allem die Orgeln und Analog-Synthesizer, für Kraft und Reichhaltigkeit sorgt. Man freut sich natürlich auch über die etwas abseitigeren Stücke auf „Leeds“, über die psychedelische Polka „Male Means Loud
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