Nach zwei restlos ausverkauften Tourneen hat der Linzer Paradepunk vergangenen September sein Debütalbum "ANS" vorgelegt. Wie Anda auf dem Album alte Punk-Formeln mit pochendem Herzen und geboten zorniger Haltung ins Hier und Jetzt katapultiert, wie er mit maximaler Dringlichkeit die Wirklichkeit umreißt, das hat eine derart furios mitreißende Art, die man unbedingt in Aktion erleben will. Anda Morts ist ein vortrefflicher Beobachter, mit wenigen hingeworfenen Zeilen seziert er subkulturelle und andere Szenen, Beziehungen, die Straße, Politik, Gesellschaft. Er beherrscht die Kunst, vom vermeintlichen Kleinen ins Große zu kommen und hat dabei eine tief empfundene, unverstellte Zärtlichkeit und Liebe für seine Figuren. Kitsch und Euphemismus sind in dieser Musik nicht zu Hause, Anda Morts hat einen außerordentlich gut funktionierenden Bullshit-Detektor. Oder wie die Berliner:innen, die ihn jüngst vor Element of Crime in der Berliner Philharmonie erleben durften, es verliebt nennen: Der Rabauke mit den ungewöhnlich langen Punksongs. Anda Morts steht nicht im Pass, eigentlich heißt er Andreas, sein Cousin auf der Alm in Osttirol nannte ihn Anda. Und dann hat er mal einen, für die Linzer:innen bekannten Bierwagen gesehen mit einer Werbung vom Café Strom, die er spiegelverkehrt durch ein Schaufenster sah. Aus Strom wurde Morts, fertig war der Künstlername, DIY eben. Einen Song über seine neue Musikkünstlerexistenz gibt es auf "ANS" natürlich auch: "Ich sitze vormittags im Park / Wenn ich mal nicht bis Mittag schlaf / Gelegentlich fühl ich mich schlecht / Alle auf Arbeit ich im Bett" singt Anda in "Freitag". "Ich wollte meine Freunde mit dem Song ärgern, die natürlich weiterhin arbeiten gehen müssen", sagt er grinsend. "Hat geklappt, 'Boah, du Arschloch', habe ich nicht nur einmal gehört." Dabei arbeitet er ja, und wie. Nur halt zu seinen eigenen Bedingungen. Im April und November 2026 stellt Anda Morts, dieser wunderbar schnörkellose Songwriter und
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