Es gibt jene, die ihr Handwerk bis an die äußerste Grenze der Perfektion vollenden. Und dann gibt es jene, die es wagen, diese Grenzen sogar zu verschieben. Einer dieser Wenigen ist Cameron Carpenter. In seiner Bearbeitung von Johann Sebastian Bachs ›Goldberg-Variationen‹, einem der populärsten und komplexesten Werke für Tasteninstrumente überhaupt, dekonstruiert, intensiviert, transzendiert er das scheinbar Bekannte, fliegt virtuos zwischen den Manualen und tanzt leichtfüßig auf dem Pedal: »[Das Werk] ist die Essenz von musikalischer Perfektion«, so Carpenter, »und erinnert uns [...] an unsere Unvollkommenheit und Sterblichkeit.« Perfektion verlangtauch Leo Sowerbys Pageant, ein im Wortsinne des Titels eindrucksvolles Schauspiel, mit beiden über die Pedale fliegenden Füßen in der Hauptrolle. Weitaus ruhiger, dafür umso farbenprächtiger steht dem Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune gegenüber, ehe Carpenter zum Abschluss des Programms mit einer Improvisation über Themen Anton Bruckners dem Namensgeber des Festivals seine Reverenz erweist.
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