Ein furchtbarer Schicksalsschlag brachte die in Südafrika geborene Priaulx Rainier zum Komponieren: Nach einem schweren Autounfall in den frühen 1930er-Jahren konnte sie ihre zuvor eingeschlagene Karriere als Berufsgeigerin nicht fortsetzen und beschäftigte sich daraufhin mehr und mehr mit der Komposition. Mit ihrem 1939 entstandenen Streichquartett, mit dem sie eindrucksvoll die bedrückende Atmosphäre des mit Deutschlands Überfall auf Polen in Europa anbrechenden »Zeitalters der Angst« (W. H. Auden) einfing, gelang der Autodidaktin in ihrer Wahlheimat England der Durchbruch. Das preisgekrönte Simply Quartet – eines der aufregendsten jungen Streichquartette unserer Zeit – stellt Rainier mit Franz Schuberts Streichquartett Nr. 8 und Johannes Brahms Streichquartett Nr. 3 zwei Werke gegenüber, die beide die Tonart B-Dur teilen. Während Schuberts Quartett allerdings von einer grüblerischen Schwere durchzogen ist, strahlt Brahms’ Streichquartett eine klassizistische Leichtigkeit aus.
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