WIDOWSPEAK Wodowspeak Foto: Alexa Viscius Widowspeak Foto: Alexa Viscius Ein Album namens „Roses“ würde sich mit romantischen Gesten beschäftigen. Über die zehn Songs, die das siebte und neueste Album von Widowspeak ausmachen, werden intime Räume und Phasen der Liebe mit einer nostalgischen, vaselinebeschichteten Linse eingefangen. Kerzen brennen in rotem Glas, während Liebende in einer Ledernische zusammenrücken. Promi-Porträtfotos blicken in einem Restaurant wie Engel herab. Anderswo werden Nelken in ein schwarzes Buch gepresst und Tänzer ziehen sich gegenseitig nah heran. Widowspeak ist eine Band, die große Gefühle anklingen lässt, ohne allzu ernst zu wirken. Die Süße, sogar die Albernheit einer verlängerten limerenten Phase, die so vereinnahmend wird wie ein pulpiger Taschenroman. Autos und ihre Fahrer dienen als Metapher, um über Co-Abhängigkeit zu sprechen. Und alte Liebe wird eingelaufen, weich wie ein altes T-Shirt. Wenn Musik zugleich naturalistisch und noir sein kann, gesättigt und üppig, dann ist das Widowspeak. Eine Band, die weiß, wie man eine Szene setzt. Diese Songs nutzen intime Momente, um über tiefergehende Herzschmerzen zu sprechen: die Rastlosigkeit, die dem modernen Dasein innewohnt, das Warten darauf, dass etwas passiert. Oder das Gefühl, sich in der eigenen Lebensrolle fehl am Platz zu fühlen. „Roses“ ist vielleicht das romantischste Widowspeak-Album, aber zugleich das realistischste: Die Bühne wird nicht mit dramatischen Gesten bereitet, sondern durch den Hintergrund der Kleinigkeiten und Wiederholungen alltäglicher Handlungen. Kleine Beobachtungen vor, während und nach der Arbeit: das Ritual, Wasser für Gäste einzugießen, sich an einem freien Tag eine Erkältung einzufangen. Tagträume vom Lottogewinn – oder vielleicht die Erkenntnis, dass man ihn längst gewonnen hat. Hier ist Liebe ein Weg, darüber zu sprechen, was uns antreibt, und Widowspeak deutet an, dass sie der eigentliche Sinn sein kann. Das Li






