Mit „Erziehung zur Grausamkeit“ hat der Wiener Publizist Robert Misik eine Analyse darüber vorgelegt, wie Propaganda Menschen verändert. Am 18. November 2026 liest er im OKH aus dem Buch und diskutiert anschließend mit dem Publikum. Robert Misik wurde 1966 in Wien geboren und zählt zu den profilierten politischen Publizisten Österreichs. Er arbeitet als Journalist, Autor, Theatermacher und Kurator und schreibt unter anderem für taz, Falter, WOZ und die Neue Zürcher Zeitung. In seinem neuen, 2026 bei Suhrkamp erschienenen Buch fragt er, wie aus Menschen verhetzte Individuen werden. Seine These lautet, dass Radikalisierung kein Naturereignis ist. Sie ist das Ergebnis gezielter Agitation, die Wut und Verbitterung schürt, paranoide Weltbilder fördert und einen Kult der Härte nährt. Als Bezugspunkt dient Bertolt Brechts Stück „Mann ist Mann“ aus dem Jahr 1926. Darin wird der Arbeiter Galy Gay binnen einer Woche zur gefühllosen Kampfmaschine umgeformt. Um zu verstehen, wie heutige Agitation ihre Anhängerschaft verändert, greift Misik auf sozialpsychologische Arbeiten von Sigmund Freud, Theodor W. Adorno und Leo Löwenthal zurück und verbindet sie mit aktueller Forschung. Er untersucht, welche Charaktere für das Autoritäre besonders empfänglich sind und welche Entwicklungen den Aufstieg der radikalen Rechten begünstigen. Vor allem fragt er, wie sich Radikalisierung aufhalten lässt. Das Buch fand im Feuilleton bereits breite Beachtung. Eine Besprechung im Deutschlandfunk hob hervor, dass Misik Agitation als eine Art „umgekehrte Psychoanalyse“ beschreibt. Sie besänftigt Neurosen nicht, sondern verwandelt sie in Hass und Aggression. Tabubrüche stiften dabei unter Anhänger:innen ein Gemeinschaftsgefühl. Misik ist Autor zahlreicher politischer Sachbücher, darunter „Marx für Eilige“, „Genial dagegen“, „Die falschen Freunde der einfachen Leute“ und „Das große Beginnergefühl“. Im Frühjahr 2026 erschien außerdem sein Essayb
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