Als feierlicher Prolog des Brucknerfestes Linz 2026 bringt Riccardo Chailly mit seiner Filarmonica della Scala an Anton Bruckners 202. Geburtstag zwei berühmte vierte Werke auf die Bühne. Pjotr Iljitsch Tschaikowskis 4. Symphonie entstand 1877 zeitgleich mit der Vierten Bruckners, den Tschaikowski als einen der wenigen »herausragende[n] deutsche[n] Komponisten« schätzte. Ein Werk voll Energie, Dramatik und biografischer Tiefe, zwischen Schicksalsklängen und ausgelassenem ›Volksfest‹-Finale – auch das eine Parallele zu Bruckners Vierter –, das Tschaikowski seinem »besten Freund« widmete; gemeint war seine Brieffreundin und Mäzenin Nadeschda von Meck. Dem gegenüber steht Sergei Rachmaninoffs brillantes 4. Klavierkonzert. Komponiert vor exakt 100 Jahren als erstes Werk nach seiner Emigration in die USA, steht es mit einem Bein in der romantischen Tradition, mit dem anderen in der von erweiterter Tonalität, Popularmusik und Jazz durchdrungenen Moderne. Als Solist kehrt hierfür der russische Ausnahmepianist Alexander Malofeev ans Brucknerhaus zurück.
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