Seinen Streifzug durch die Klangwelt des Streichorchesters unter der Leitung von Josef Sabaini beginnt der Linzer Konzertverein in der frühen Wiener Klassik. 1772 schrieb der 16-jährige Wolfgang Amadé Mozart zwischen zwei Italien-Reisen drei wirkungsvolle Divertimenti. Der Einfluss des glanzvollen italienischen Stils ist auch im Divertimento KV 138 nicht zu überhören. Der Programmschwerpunkt liegt auf dem 19. Jahrhundert. Felix Mendelssohn Bartholdys berühmtes Violinkonzert in e-Moll ist in den Konzertsälen bestens bekannt. Weniger bekannt ist, dass der 13-jährige Hochbegabte bereits 1822 ein Konzert für Violine und Streichorchester in d-Moll komponierte, das die Bewunderung des jungen Komponisten für Johann Sebastian Bach verrät. Wenn man vom Streicherklang des 19. Jahrhunderts schwärmt, darf natürlich die wunderbare Wiener Tanz- und Unterhaltungsmusik nicht fehlen, würdig vertreten durch Joseph Lanner und Joseph Strauss – und wirkungsvoll ergänzt durch ein Werk des Wahlwieners Johannes Brahms, der sich durch ungarische Tänze inspirieren ließ. Die »Variationen über ein Thema von Tschaikowsky« komponierte der russische Komponist Anton Arensky ursprünglich als langsamen Satz für sein Streichquartett Nr. 2 in a-Moll. Er beruht auf dem Hauptthema von Tschaikowskys Lied »Legende«. Der englische Komponist Benjamin Britten dachte bei der Komposition seiner »Simple Symphony« (mit dem besonders reizvollen Pizzicato-Satz) bewusst an die Aufführungspraxis von Laienorchestern mit gehobenen Ansprüchen. Die Uraufführung in Norwich (1934) dirigierte Britten selbst.
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