Lesung & Gespräch mit Mirnes Sokolović und Tomislav Marković Moderation: Silvia Stecher Einleitung: Julia Knaß, Paul Klingenberg Wie lässt sich dichten, wenn die Sprache zerrüttet und korrumpiert, das Grauen unaussprechlich ist, Intellektualität die Barbarei nicht nur nicht verhindert, sondern befördert hat und die Realität die Angriffe der Avantgarden auf die Dichtkunst eingeholt hat? Dreißig Jahre nach dem Genozid an den Bosniak:innen stellt der Literaturkritiker Mirnes Sokolović in seinem bei Klingenberg in deutscher Übersetzung erschienenen Essay „Kann es nach Srebrenica noch Poesie geben?“ erneut die Frage nach den ethisch-ästhetischen Zusammenhängen literarischen Schreibens – im Anschluss an Adornos Diktum „nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“ und Danilo Kišs Poet(h)ik. Ergänzt wird der Essay um Textbeispiele aus der jugoslawischen und postjugoslawischen Literaturgeschichte, darunter Gedichte von Tomislav Marković. In Kurzlesungen und einem Gespräch mit Silvia Stecher, die den Band gemeinsam mit Dijana Simić herausgegeben und übersetzt hat, geben Mirnes Sokolović und Tomislav Marković Einblicke in Tendenzen und Gegentendenzen der bosnischen/kroatischen/montenegrinischen/serbischen Poesie und deren poetologische Positionen im gesamteuropäischen (post)genozidalen Kontext – der sich mitunter in Graz verdichtet.
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A broad cultural event encompassing visual arts, performance, or interdisciplinary creative programming. Expect a diverse mix of artistic experiences and cultural expression.
An author or performer reads aloud from a literary work — a novel, short story, poetry collection, or essay — often with a brief introduction and audience discussion afterwards.






