»Wir alle kommen von Gogols Mantel her«, verneigte sich der Autor Fjodor Dostojewski vor der 1842 erschienenen Novelle, die für viele nachfolgende russische Schriftsteller:innen ein Schlüsselwerk darstellte. Die Handlung dreht sich um den Beamten Akaki Akakiwitsch Baschmatschkin, der in St. Petersburg als Kopist in einer Ministerialabteilung sein Brot verdient. Sein bescheidener und einsamer, aber nicht unzufriedener Alltag ist ganz von der Schreibarbeit erfüllt. Als die Anschaffung eines neuen Mantels notwendig wird gerät Unruhe in seine festen Routinen: Obwohl Akaki sich das Geld für das Kleidungsstück vom Munde absparen muss, eröffnet ihm die Errungenschaft einen ganz neuen Blick auf die Schönheit des Lebens. Die Freude ist allerdings nur von kurzer Dauer: Bei einem nächtlichen Überfall wird Akaki der neue Mantel gestohlen – ein Schock, an dem er zugrunde geht. Gogols ebenso berührende wie bissige Sozialkritik erweckt der österreichische Schauspieler Karl Markovics zum Leben. Das Eggner Trio liefert dazu den ›Sound von St. Petersburg‹: Dmitri Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 1 entstand 1923 in der russischen Metropole, das zwanzig Jahre später komponierte Klaviertrio Nr. 2 erlebte hier 1944 seine Uraufführung.
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