Die Tragödie Senso – Luchino Viscontis erster Farbfilm aus dem Jahr 1954 – ist Liebesgeschichte und politischer Thriller zugleich: Die Handlung spielt in Venedig, das kurz vor Ausbruch des dritten italienischen Unabhängigkeitskrieges 1866 von österreichischen Truppen besetzt wird. Die Contessa Livia Serpieri fühlt sich in ihrer Zweckehe mit einem älteren Aristokraten gefangen und stürzt sich Hals über Kopf in eine Affäre mit dem österreichischen Offizier Franz Mahler. Schon bald ist sie dem spielsüchtigen Frauenhelden ganz und gar verfallen. Für ihn verrät sie ihre politischen Ideale, ihre Landsleute und ihre eigene Familie, während sie von Franz nur Demütigungen erfährt. Schließlich schlägt Liebe in Zorn um ... mit schrecklichem Ausgang. Wie in Tod in Venedig verwendete Visconti auch in Senso spätromantische Symphonik zur dramaturgischen Intensivierung des Filmgeschehens. Hier ist es Anton Bruckners 7. Symphonie – vom berühmten italienischen Filmmusikkomponisten Nino Rota eingerichtet –, mit der die emotionalen Höhen und Tiefen der beiden Hauptfiguren begleitet werden.
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