Zwei herausragende Pianisten, zwei Instrumente, zwei musikalische Welten, Klassik und Jazz, und ein Abend, an dem die Grenzen dazwischen miteinander verschmelzen. Jazz-Superstar und Grammy-Award-Gewinner Brad Mehldau, der wohl »einflussreichste Jazzpianist der letzten 20 Jahre« (New York Times), prägt den modernen Jazz mit Interpretationen, die Intellekt, Emotion und Struktur in sich vereinen. Kirill Gerstein, gleichermaßen in der Klassik und im Jazz versiert, wird für seine dynamische Künstlerschaft und Neugier gefeiert, mit der er unterschiedliche musikalische Stimmen fantasievoll miteinande [...]
Der Austrofred träumt, er wäre Anton Bruckner. Als Bruckner begegnet er im Himmel dem Herrgott und bittet ihn, endlich den Großglockner von unten sehen zu dürfen. Der Herrgott stimmt nur widerwillig zu und warnt den Komponisten, dass man ihn überall erkennen wird. Außerdem verlangt er von Bruckner eine Gegenleistung: Er soll ihm von seinem Kurztrip auf die Welt die Musik der Gegenwart bringen, denn die Plattensammlung des Herrgotts reicht nur bis Van Halen. Für einen Tag durchlebt der Austrofred als Bruckner eine wilde Ankunft auf der Welt. In Kooperation mit dem ORF-Landesstudio Oberösterreic [...]
Gustav Mahler begegnete der Endlichkeit früh: Sechs seiner Geschwister starben noch im Kindesalter. Die Kindertotenlieder komponierte er auf Texte von Friedrich Rückert, die dieser verfasst hatte, nachdem zwei seiner Kinder verstorben waren. Den Abschied thematisierte Mahler auch in seiner 9. Symphonie – der letzten Komposition, die er vollendete: »O Jugendzeit! Entschwundene! O Liebe! Verwehte! [...] Leb’ wol! Leb’ wol!«, notierte er in der Partitur. Philipp von Steinaecker und Sängerin Fleur Barron musizieren dieses bewegende Programm mit einem einzigartigen Klangkörper: Das Mahler Academy O [...]
Im Rahmen des Unterrichtsfachs ›Klang und Farbe‹ an der Landesmusikschule setzten sich im Bruckner-Jahr 2024 Menschen mit Behinderung des Instituts ›Schön für besondere Menschen‹ (Kirchdorf/Micheldorf) auf kreative und künstlerische Weise mit Anton Bruckner und seiner Musik auseinander. Dabei entstand eine außergewöhnliche Werkserie von Porträt-Übermalungen, die in den vergangenen beiden Jahren um mehrere bedeutende Komponist:innen erweitert wurde. Diese Bilder eröffnen einen besonderen und ungewohnten Blick auf die Welt der klassischen Musik.
Von Jedermann bis Hollywood: Lars Eidinger ist einer der herausragenden Schauspieler seiner Generation. Im Rahmen des Brucknerfestes kommt er gemeinsam mit dem Schlagzeuger George Kranz in den Posthof, um Liebesgedichte von Thomas Brasch vorzutragen. »›Ich liebe dich‹ kann man / auf dreierlei Weise betonen. / Wie spricht man den Satz ohne Betonung?« Liebe ist für Thomas Brasch eine Haltung, die sich jeder Festlegung verweigert. Eine Haltung, die ihre Träume fürchtend und sehnend der Wirklichkeit aussetzt und das Mögliche in den Horizont des Unmöglichen stellt. Seine dichterische Leidenschaft h [...]
Der Klassik-Treffpunkt auf Ö1 bietet jeweils am Samstagvormittag interessante Gespräche mit Kulturschaffenden, internationalen wie heimischen Künstler:innen in lockerer Live-Atmosphäre. Musikbeispiele aus allen Epochen, ausgewählt mit und von den Gästen, bilden den roten Faden durch eineinhalb Stunden angeregtes Radiomachen. Am 19. September macht der Klassik-Treffpunkt Station beim Brucknerfest Linz. Die Namen der Gäste werden zeitnah bekannt gegeben. Der Eintritt ist frei. Präsentation: Ulla Pilz
Programmheft zur Veranstaltung Freuen Sie sich auf das Programmheft zur Veranstaltung – es wird wenige Tage vor dem Konzert hier online abrufbar sein. Pathétique! Nicht weniger als die größtmögliche dramatische Geste vollzieht das Konzert, mit dem das Bruckner Orchester Linz den Zyklus der Großen Orchester in der Saison 26–27 einläutet. Mit Pjotr Iljitsch Tschaikowskis gleichnamiger 6. Symphonie h-Moll steht eines der großen Werke der Musikgeschichte im Mittelpunkt des Programms, das mit dessen Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia ebenso schicksalshaft beginnt. Am Pult debütiert Anna Rakitina, e [...]
Die Tragödie Senso – Luchino Viscontis erster Farbfilm aus dem Jahr 1954 – ist Liebesgeschichte und politischer Thriller zugleich: Die Handlung spielt in Venedig, das kurz vor Ausbruch des dritten italienischen Unabhängigkeitskrieges 1866 von österreichischen Truppen besetzt wird. Die Contessa Livia Serpieri fühlt sich in ihrer Zweckehe mit einem älteren Aristokraten gefangen und stürzt sich Hals über Kopf in eine Affäre mit dem österreichischen Offizier Franz Mahler. Schon bald ist sie dem spielsüchtigen Frauenhelden ganz und gar verfallen. Für ihn verrät sie ihre politischen Ideale, ihre Lan [...]
»Nicht Bach! Meer sollte er heißen: wegen seines unendlichen, unerschöpflichen Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien.« Mit diesen Worten soll schon Ludwig van Beethoven seine Bewunderung für Johann Sebastian Bach zum Ausdruck gebracht haben. Auch wenn ihm dieser Ausspruch wahrscheinlich erst von der Nachwelt in den Mund gelegt wurde, bringt er dennoch die besondere Faszination auf den Punkt, die Bachs Musik auch heute noch ausübt. Dem Hauch von Unendlichkeit, der in ihr verborgen liegt, spürt Christian Tetzlaff im Alten Dom nach. Auf dem Programm stehen die berühmten Sonaten und Partiten [...]
Wenige Minuten nach Anton Bruckners Tod am 11. Oktober 1896 um halb vier Uhr nachmittags betete der Kaplan des Schlosses Belvedere an dessen Totenbett den Psalm »De profundis«: »Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir«. Zur selben Zeit schrieb Oscar Wilde als Insasse des Gefängnisses im englischen Reading einen 50.000 Wörter umfassenden Brief, der später unter dem Titel De profundis veröffentlicht werden sollte. Adressat war Lord Alfred Douglas, dessen intimes Verhältnis mit Oscar Wilde letztlich zur gesellschaftlichen Ächtung und Verurteilung des Dichters geführt hatte. Der Text ist eine sprach [...]